Gibt es Lieblingsgeschichten aus der eigenen Feder? Gibt es. Und die meisten davon finden sich in dieser Kurzgeschichtensammlung. :)

 

Textschnipsel:

 

Die Zeit tröpfelt mit jedem Ticken der alten Standuhr dahin, bildet ein Rinnsal, das beständig anschwillt, zu Stunden, Tagen, Wochen. Und doch steht sie still. Dieselbe verblichene Farbe an den Wänden, dieselben längst gelesenen Bücher im Regal, dieselben hellen Flecken über dem Sekretär, Zeugnis vergangener Zeiten, als es noch Spaß machte zu fotografieren.

Im Raum ist es stickig, in der ganzen Wohnung lauern Staub und Erinnerung, die Fenster fest verschlossen vor der äußeren Welt, Sicherheit im Inneren. Und doch gibt es keinen endgültigen Rückzug, manchmal muss sie hinaus, Pflicht und Notwendigkeit, und kaum hat sie ihre Festung verlassen, reißt sie der Strom mit sich.

Sie lässt sich treiben von der Menge, ziellos, orientierungslos. Bis ihr wieder einfällt, weshalb sie draußen ist, schaut sie in Gesichter, vielfältige Gesichter, alte, junge, doch sie sieht nur graue, leere Flächen, eine wie die andere, will nichts anderes sehen wie auch sie nicht gesehen werden möchte.

Doch dann, unvermittelt, ist alles anders.

 

Eines der Gesichter in der Menge vor ihr hält ihren Blick gefangen, beschwört Erinnerungen herauf, schmerzvolle, verdrängte Erinnerungen an eine Zeit, da sie noch eine Zukunft zu haben glaubte.

 

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ISBN: 9783745066715